Ein Fest über den Wolken – Airport 75

Leuchtende Kinderaugen, der unverwechselbare Klang historischer Sternmotoren und staunende Blicke in den Himmel: Der Airport 75 hat eindrucksvoll bewiesen, dass die Faszination des Fliegens Jung und Alt gleichermaßen begeistert.

Claus Cordes, der Präsident des Deutschen Aero-Clubs (DAeC), besuchte uns in seiner Junkers A50 Junior | Foto: Viktor Meshko

Vorbereitung abgeschlossen – Start frei

Was für ein Wochenende! Nach monatelanger Vorbereitung war der große Moment endlich gekommen: Aus Ideen und Planungen wurde Realität. Mit jedem Tag stieg die Vorfreude auf unser besonderes Event. Am 6. Juni 2026 war es schließlich soweit: Wir, der Luftsportverein Seligenstadt-Zellhausen e.V., öffneten unsere Hallentore, um unser 75. Jubiläum gebührend zu feiern. Der Anblick der vielen Besucherinnen und Besucher, die sich von der Faszination des Fliegens mitreißen ließen, war einfach überwältigend.

Am Abend zuvor kamen wir als Verein zusammen, bei Grillduft, kalten Getränken und vielen guten Gesprächen stimmten wir uns auf ein atemberaubendes Wochenende ein. Bei den letzten Absprachen für die kommenden zwei Tage wuchs die Vorfreude auf unser Jubiläumsfest spürbar: Wir waren bereit.

Mit Spannung beobachteten wir zudem das Wetter. Unser „Open Airport“ findet normalerweise am Fronleichnams-Donnerstag statt – doch in diesem Jahr fiel an diesem Tag der Regen in Strömen. Glück gehabt! Am Jubiläumswochenende strahlte die Sonne und bescherte uns das schönste Wetter.

Volles Programm am Boden und in der Luft

Foto: Viktor Meshko

Auf unserer Startbahn herrschte durchgehend reger Betrieb. Unsere Flugleitung behielt stets den Überblick, während unsere Helferinnen und Helfer unermüdlich im Einsatz waren, um das Event am Laufen zu halten – mit großem Erfolg. Ob an der Rundflugkasse, im Kinderzelt, an der Getränkeausgabe oder bei Kaffee und Kuchen: Alles griff reibungslos ineinander.

Unsere Gäste waren begeistert. Überall gab es etwas zu entdecken – eine Flugshow hier, Flugzeuge zum Anfassen dort oder spannende Einblicke hinter die Kulissen unseres Segelflugbetriebs. Langeweile kam hier garantiert nicht auf.

Wenn der Himmel Kopf steht

Am Himmel zeigte uns Dr. Benjamin Schaum in seiner Yak-54 eindrucksvoll, dass sich die Schwerkraft zumindest scheinbar überwinden lässt. Mit einer Live-Moderation im Dialog zwischen Boden und Cockpit gelang es ihm und seinem Team, eine persönliche Verbindung zu den Zuschauerinnen und Zuschauern herzustellen und sie hautnah mitzunehmen. Ähnliches gelang dem Formation-Team Niebergall, in ihren zwei SF-260. Vater Ralf und Sohn Nico sorgten über Zellhausen für spektakuläre Bilder und begeisterten das Publikum mit präzisen und perfekt aufeinander abgestimmten Manövern.

Formation-Team Ralf und Nico Niebergall im Himmel über Zellhausen | Foto: Viktor Meshko

Markus Walz ließ seine Bell UH-1D in ruhiger, souveräner Eleganz über das Fluggelände gleiten und ließ uns das typische Teppichklopfer-Geräusch spüren. Wer am Himmel eine kleine Tigerente entdeckte, wurde unweigerlich in den Bann des Kunstflugs des kleinen Doppeldeckers Christen Eagle gezogen. Laute Motorengeräusche lieferte uns die North American T-6, die mit ihrem markanten Klang und kraftvollen Auftritten das Festgelände erfüllte.

Im starken Kontrast dazu folgte die lautlose, beinahe schwerelose Vorführung des DFS Habicht, der elegant durch die Luft glitt und die Faszination des Segelflugs eindrucksvoll erlebbar machte. Mit dem DFS Habicht hatten wir eines der weltweit nur noch sehr wenigen flugfähigen Exemplare dieses legendären Segelflugzeugs bei uns zu Gast. Den Abschluss dieser stilleren Momente bildeten spektakuläre Fallschirmsprünge, die den Blick aller Gäste gebannt in den Himmel richteten.

Der DFS Habicht am Himmel über Zellhausen | Foto: Viktor Meshko

Motoren aus, Musik an

Der Samstag ging nahtlos von kraftvollen Motorengeräuschen in die Live-Musik der Band MIKO ROCK über. Während die Band auf der Bühne für ausgelassene Stimmung sorgte, konnten die Besucher und Besucherinnen in unserer CLOUD 75 Bar bei einem Drink den Tag entspannt ausklingen lassen. So gut uns das Wetter den Tag über auch gesinnt war, musste das Ballonglühen wetterbedingt leider ausfallen. Dennoch hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, den ganzen Tag über einen Ballonkorb aus nächster Nähe zu besichtigen und spannende Fragen rund um die Ballonfahrt zu stellen. Der Ballon wurde zudem aufgebaut und einmal in den Himmel aufgelassen, um einen Eindruck seiner Dimensionen zu vermitteln. Auch die Leuchtdrachen sollten in der Nacht noch zum Einsatz kommen, doch letztlich war der Wind dafür zu schwach.

„Mainhausen“ hebt ab: die Taufe des Duo Discus XLT

75 Jahre sind eine stattliche Zahl, sodass wir den Vizepräsidenten Karl-Heinz Bender des Hessischen Luftsportbundes an unserem Jubiläumsfest begrüßen durften. Er kam nicht mit leeren Händen, Dennis Gill, der erste Vorsitzende, und Hendrik Merz, der zweite Vorsitzende, nahmen die Ehrenplatte in Silber für den Verein gern entgegen. Die Vereinsgeschichte findet sich nicht nur im Vereinsarchiv, für das Jubiläum bauten wir den ersten Schulgleiter, eine SG38, auf und stellten so das älteste Flugzeug unseres Vereins aus. Nicht weit entfernt zeigte sich unser neuster Zugang von seiner besten Seite. Ein Hochleistungssegelflugzeug mit ausklappbarem Motor, der sogenannten Heimkehrhilfe. Der doppelsitzige „Duo Discus XLT“ erhielt am Sonntag den Namen „Mainhausen“ und trägt von nun an das Mainhäuser Wappen. Der Bieranstich durch den Bürgermeister der Gemeinde Mainhausen Frank Simon, dem ersten Beigeordneten Frank Kollmus und dem Bürgermeister der Stadt Seligenstadt Dr. Daniell Bastian wurde von der Musikgemeinschaft am Main begleitet.

Von links nach rechts: Frank Kollmus, Bürgermeister der Stadt Seligenstadt Dr. Daniell Bastian, Bürgermeister der Gemeinde Mainhausen Frank Simon, Rechnungsführer Jonas Schneider, 2. Vorsitzender Hendrik Merz, 1. Vorsitzender Dennis Gill

Ein gelungener Sonntag

Mit Frühschoppen und Blasmusik begrüßten wir unsere Gäste am Sonntag. Wie auch am Samstag gab es die Möglichkeit in Motorflugzeugen mitzufliegen, dieses Angebot wurde von unseren Gästen sehr gern genutzt. Die Passagiere der „Zulu Airways Lounge“ verließen diese mit strahlenden Gesichtern – ein wahres Zeichen, dass unsere Piloten einen ausgezeichneten Job gemacht haben. Hier zeigte sich, dass die Fliegerei eine große Familie ist, Piloten aus anderen Vereinen unterstützten uns im Cockpit als Pilot und brachten weitere Flugzeuge mit, um möglichst vielen Gästen den Traum vom Fliegen zu ermöglichen. An dieser Stelle möchten wir noch einmal „Danke!“ sagen, an all unsere Helferinnen und Helfer, eine Gemeinschaft, die zusammen kamen, um unsere Leidenschaft vom Fliegen zu präsentieren und ein ehrenvolles 75. Jubiläum zu ermöglichen.

Rundflüge am Airport 75 | Foto: Viktor Meshko

Erlebnisse, die nicht alltäglich sind – auch das war möglich am Airport 75: Wer kann schon von sich behaupten im größten einmotorigen Doppeldecker der Welt mitgeflogen zu sein? Manch einer erhaschte einen Flug in der Antonov AN-2, der North American T-6 oder der DO27. Unvergessliche Momente, die für immer in Erinnerung bleiben.

Wenn Fliegen Herzen öffnet

Ein besonderes Highlight war auch der Besuch von Kleine Helden – Große Flügel e.V.. Dennis Köhler sprach auf der Bühne über sein Herzensprojekt, begleitet von Mitgliedern der Kostümgruppe Legion 501 German Garrison, die zuvor bereits den kleinen Gästen, und auch den großen, im Publikum eine Freude in Star Wars Form bereitet hatten und gemeinsam mit ihm auf der Bühne standen. Für zusätzliche Gänsehautmomente sorgten Fallschirmspringer, die mit der Fahne des Kleine Helden – Große Flügel Vereins in den Händen eindrucksvoll zu Boden schwebten. „Ein Tag über den Wolken – für Kinder, die besondere Momente verdienen.“ Unter diesem Leitgedanken schenkt der Verein schwerkranken und beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen aus Jugendhospizdiensten und Behindertenwerkstätten einen Tag voller Leichtigkeit, an dem Sorgen am Boden bleiben und Kinderaugen zum Strahlen gebracht werden.

Landung frei – ein unvergessliches Jubiläum

Diese zwei Tage vergingen wie im Flug und werden auch uns, dem Luftsportverein Seligenstadt-Zellhausen e.V., noch lange in Erinnerung bleiben. Entscheidend bleibt vor allem eines: Es sind die gemeinsamen Erlebnisse und das Miteinander, die dieses Wochenende besonders gemacht haben – am Boden wie in der Luft.

Vielen Dank für Deinen Besuch am Airport 75 – schön, dass Du mit uns in die Faszination des Fliegens abgehoben bist.

Antonov AN-2 am Start der Piste 35 | Foto: Viktor Meshko