Unsere Jugendgruppe auf der ILA 2026

Sie gehört zu den großen Luft- und Raumfahrtmessen weltweit: die ILA Berlin. Schon seit mehr als 100 Jahren findet die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin auf dem Gelände des Flughafen Berlin-Schönefeld statt. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Die Jugendgruppe des LSV Seligenstadt-Zellhausen e.V. machte sich auf den Weg in Richtung Berlin.

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Schon 2024 besuchten unsere jungen Flieger*innen die ILA – scheint so, als hätte es gefallen, also stiegen wir dieses Jahr wieder in den ICE. Die Planung übernahm unser Jugendleiter Timo Ewald, und auch einige andere aus der Jugend packten mit an. Die Tickets gekauft, Koffer gepackt und dann ging es los. Mit guter Laune verging die Bahnfahrt wie im Flug, die Vorfreude war uns anzusehen. Vom Bahnhof ging es weiter mit der U-Bahn nach Berlin Kreuzberg. Der Weg war bekannt vom vergangenen Besuch, zum Zeitvertreib wurden die abendlichen Pläne entworfen. Angekommen im Hostel waren wir – nass. Das Wetter war uns nicht so gesonnen wie die Woche zuvor am Jubiläumsfest. Aber auch hier waren wir vorbereitet, den Wetterbericht im Blick und die Regenjacke im Schlepptau. Das bisschen Regen konnte uns den Ausflug nicht vermiesen.

Nach einer Stärkung machten wir uns auf den Weg durch Berlin, die U-Bahnen fuhren sehr zuverlässig und im Minuten Takt. Wenig später stiegen wir „Unter den Linden“ aus und liefen in Richtung Brandenburger Tor. Erschöpft vom Tag und nach einem Gruppenbild vor dem leuchtenden Brandenburger Tor, kehrten wir in die Herberge zurück.

Technik zum Anfassen

Um fünf Uhr morgens wurden wir von dem Rütteln der U-Bahn entlang des Landwehrkanals geweckt. Fast wie im Fliegerlager, wenn früh morgens der Motor unserer Schleppmaschine anläuft, während andere noch in den Zelten liegen. Aber noch zu früh zum Frühstück, wir drehten uns nochmal um. Wir fanden uns im Frühstückssaal wieder, zwar noch etwas müde aber bereit für den Tag in Berlin. Neben Kaffee und Brötchen fanden wir heraus, dass es in Kreuzberg ein Museum gab. Das Deutsche Technikmuseum. Das Angebot sah gut aus, also entschieden wir uns  für den Besuch im Museum.

Das Museum befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Anhalter Güterbahnhofs und des Bahnbetriebswerks. Wie uns später erklärt wurde, ist das Gebäude das alte Wohn-, Fabrik-, Pferdestall- und Verwaltungsgebäude der Markt- und Kühlhallengesellschaft von Carl Linde. Neben Eisenbahn, Schifffahrt und Luftfahrt gab es auch Ausstellungen zu Drucktechnik, Nachrichtentechnik und vielen anderen spannenden Themen. Der Workshopleiter der Papierherstellung gab uns einen kleinen Einblick in die Historie des Gebäudes und empfahl uns die Pferdetreppe hinab zu gehen.

Von der SG38 bis zum Lastensegler

 Man hätte es vermuten können, aber der LSV Zulu verbrachte vermutlich die meiste Zeit in der Ausstellung über Luft- und Raumfahrt. Zu unserem Überraschen entdeckten wir auch eine SG38, den Schulgleiter, den auch wir im Hangar hängen haben und das erste Flugzeug unseres Vereins war. Unsere Maschinenbaustudenten gaben uns einen Einblick in die Funktionsweise eines Strahltriebwerks, und wir  lauschten gespannt, um am Sonntag auf der ILA vielleicht ein paar konkretere Fragen stellen zu können. Diskussionen entstanden auch am Wrack eines Lastenseglers. Diese riesigen Segelflugzeuge wurden verwendet um im Zweiten Weltkrieg Truppen, Waffen oder schweres Gerät im lautlosen Gleitflug hinter feindlichen Linien abzusetzen. In die Luft kamen diese Giganten hinter großen motorgetriebenen Flugzeugen, wie der Junkers Ju 52. Aufgrund der stattlichen Größe und der Abwesenheit der Fähigkeit selbst zu starten, blieben diese Giganten meist dort wo sie landeten. 

Berlin zwischen Currywurst und Regenschauern

 Vom Technikmuseum ging es für uns zum Alexander Platz, wo wir eine wohlverdiente Mittagspause einlegten. Natürlich entschieden wir uns für die gute Berliner Curry Wurst. Der Regen ließ nicht auf sich warten, so mussten wir notgedrungen eine Pause im Ritter Sport Shop machen – schrecklich! Nach Schokolade und Kaffee trafen wir uns im Regierungsviertel, wo wir den Reichstag von außen betrachteten. Dann machten wir uns auf einen regengeschützten Spaziergang durch den Tiergarten. Parallel zur Straße des 17. Juni führte uns der Weg zur Siegessäule, leider holte uns der Regen doch wieder ein und wir suchten Schutz unter einem kleinen Häuschen. Den Tag beendeten wir mit einem gemeinsamen Abendessen gefolgt von einem Spieleabend.

Endlich auf der ILA

Der Sonntag begann wieder mit den Tönen der U-Bahn, fast hätten wir uns daran gewöhnt. Nach dem Frühstück ab in die besagte U-Bahn, die uns zum Shuttle Bus zur ILA bringen sollte. Auch an diesem Morgen regnete es, mit Regenjacken und -schirmen bewaffnet, standen wir in der Schlange am Eingang zur ILA. Nach kurzer Taschenkontrolle waren wir auf dem Gelände des  Flughafen Berlin-Schönefeld. Wir behielten den Himmel im Blick, die Wolken lachten uns entgegen. Erste Vorführungen wurden aufgrund der Wetterbedingungen schon abgesagt, sehr verständlich für uns, schließlich sind wir beim Segelflug auch vom Wetter abhängig. Wir scherzten, dass der Wind für die Seitenwindkomponente des Airbus A400M wohl zu stark sei. Diese liegt laut Recherche bei 25 Knoten, also ca. 46 km/h für den Start, im Vergleich: die Seitenwindkomponente unseres Schulungsdoppelsitzers im Segelflug ASK 21 liegt bei 15 km/h, also ca. 8 Knoten. 

Von Regenschauern und Flugvorführungen

Leichtsinnig, würden wir jetzt sagen, fassten wir den Plan zuerst das Außengelände zu besichtigen. Kaum waren wir fast ganz hinten im Außenbereich, kam es über uns wie aus Eimern. Die Regenjacken hielten fast nicht stand, die Schuhe gleichten einem Ententeich. Wir retteten uns in einen Airbus A330 MRTT und wischten kurz die Regentropfen von den Sonnenbrillen, die wir kurz zuvor noch aufgezogen hatten. Es dauerte nicht lang, da schien schon wieder die Sonne und wir stellten uns auf das Vorfeld um zu trocknen.

Die Sonne schien zu bleiben, wir packten die  Sonnenbrillen wieder aus und auch die Ohrenschützer, denn es folgte die Vorführung des Tornado. Der Kommentator hat nicht gelogen, als er sagte, es würde laut werden – aber es war beeindruckend! Darauf folgten noch weitere Vorführungen, wie die des Airbus RACER, des Tigers und auch eine Truppenvorführung der Bundeswehr.

Fachsimpeln in den Messehallen

 Nachdem wir das Vorfeld erfolgreich besichtigt haben, und es einigen von uns gelungen ist in den Airbus A350 Emirates zu schauen, nahmen wir uns die Hallen vor. Durch die Erklärungen unserer Maschinenbauer am Tag zuvor konnten wir einige Teile eines Strahltriebwerkes benennen und uns darüber austauschen. Es gab viel zu entdecken von Luft- über Raumfahrt, so kamen wir auch mit einem Techniker der Bundeswehr ins Gespräch. Dieser freute sich sehr, dass auch mal ein etwas „fachkundigeres“ Publikum bei ihm auftauchte und wir fliegerische Fragen hatten.

Gleich gegenüber stand ein Schleudersitz zur Schau. Auch hier lernten wir neues, bei Betätigung eines Schleudersitzes wirken auf den Körper Kräfte bis zu 15 g. Eine Kraft von 15 g bedeutet, dass eine Kraft wirkt, die genau 15-mal so stark ist wie die normale Erdanziehung. Ein Körper der 80 Kilogramm wiegt, fühlt sich in diesem kurzen Moment plötzlich so schwer an wie 1.200 Kilogramm – also so viel wie ein ganzes Auto.

Final Approach Richtung Hessen

Nach zwei geselligen Tagen in Berlin ging es für uns mit dem ICE zurück nach Hessen. Wir hatten Glück, es gab keine signifikante Verspätung und auch die Heimreise war unterhaltsam. Im Zug trafen wir auf bekannte Gesichter, die ebenfalls zu Besuch bei der ILA waren. 

Danke!

Ein solcher Ausflug muss gut geplant sein – unsere Jugendleitung hatte dabei alles bestens vorbereitet. Einen Teil der Kosten konnten wir durch die Einnahmen des Hessischen Jugendvergleichsfliegens 2025 decken, bei dem der LSV Seligenstadt-Zellhausen als Ausrichter fungierte. Diese Veranstaltung wurde maßgeblich von unserer Jugendgruppe getragen. Umso dankbarer sind wir allen Vereinsmitgliedern, die uns dabei unter die Arme griffen und tatkräftig mit anpackten. Ein großes Dankeschön gilt auch unserem Vorstand, der den Ausflug mit einem Zuschuss aus der Vereinskasse unterstützte.